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Folsäure und B-Vitamine

Folsäure und B-Vitamine

Gerade in letzter Zeit häufen sich in Rundfunk und Fernsehen Berichterstattungen über die angebliche Unsinnigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminen und Spurenelementen. Als Beweis werden diverse Studien angeführt, die z.B. die Einnahme von B-Vitaminen (Folsäure = B9, B6, B12) als völlig überflüssig darstellen. Folsäure, Vitamin-B6 und B12 werden vor allem zur Senkung des Homocysteinspiegels verwendet. Homocystein ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung einer Arteriosklerose.

Die vorgelegten Studien der Einnahmegegner sollen beweisen, dass die Einnahme von Folsäure zu keiner Verbesserung in der Prognose einer Arteriosklerose führt. Tatsächlich wurde teilweise nur Folsäure alleine verabreicht, was erwiesenermaßen ohne gleichzeitige Gabe von Vitamin B6 und B12 nicht wirkt. Die Beobachtungszeiträume waren oft zu kurz bemessen.
Nicht widerlegt werden konnte, dass eine Senkung des Homocysteinspiegels insgesamt das Risiko für Arteriosklerose vermindert.

Tatsache ist, dass 80-90% der Bevölkerung die vorgeschriebene Zufuhr von Folsäure über die Ernährung nicht erreichen ( Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung ).

Die Gegner lassen zudem außer acht, dass Homocystein eine erhebliche Rolle bei der Krebsentstehung spielt und ein wichtiger Risikofaktur für Hüftfrakturen und Osteoporose ist.

Gegen die Einnahme zusätzlicher Vitamine wird gewettert, als ob ein Krieg gewonnen werden müsste. Es wird vergessen, dass in den heutigen Lebensmitteln Vitamine oft schon durch lange Lieferwege und Lagerzeiten zerstört werden.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) empfiehlt aufgrund der Ergebnisse der amerikanischen Framingham-Studie eine regelmäßige Vitaminsubstitution insbesondere auch mit Folsäure, B6 und B12. In USA und Kanada werden deshalb auch Cerealien
(Getreideprodukte wie z.B.Müsli) künstlich mit Folsäure und B-Vitaminen angereichert, um dem bekannten Mangel und nachfolgenden Erkrankungen entgegenzuwirken.

Die Folsäuresubstitution bei Schwangeren wird selbst hierzuland von den Einnahmegegnern befürwortet. Denn Folsäure verhindert die Entstehung von Spina Bifida bzw. Rachischiasis (offener Rücken beim Neugeborenen) und anderen Mißbildungen.
Übrigens ist durch die Folsäureanreicherung der Cerealien in USA und Kanada die Anzahl von Spina bifida, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und Herzfehlern deutlich zurückgegangen.

Es könnte der Verdacht entstehen, dass die Substitution abgelehnt wird, um Kosten für die Krankenkassen zu vermeiden. Denn würde die Wirkung der Vitamine anerkannt und damit die Notwendigkeit der Einnahme bestätigt, könnte ein Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen geltend gemacht werden.


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